Ehrenpreis der Jury

Christian Bartenbach

So viel Tageslicht wie möglich, so viel Kunstlicht wie nötig

Mit dem erst zum zweiten Mal vergebenen Ehrenpreis für das Lebenswerk im Lichtdesign wurde Christian Bartenbach, der vor wenigen Tagen seinen 88. Geburtstag feiern durfte, beim Deutschen Lichtdesign-Preis 2018 ausgezeichnet. Dem Pionier der Tageslichtplanung, seit 1993 Honorarprofessor an der TU München, wurde 1995 durch den Österreichischen Bundespräsidenten der Professorentitel verliehen. Christian Bartenbach, der Erfinder der Spiegelrastertechnologie und der „Lenker“ des Tageslichts, machte sich neben seiner Zusammenarbeit mit international geschätzten Architekten in Forschung und Lehre verdient.

An zahlreichen europäischen Universitäten hat der Tiroler Gastprofessuren inne. Das heute als Bartenbach GmbH firmierende Unternehmen, das aus dem „LichtLabor Bartenbach“ hervorging, ist in der ganzen Welt bekannt.

Aufgrund seines ständigen Engagements in der lichttechnischen Forschung war Christian Bartenbach federführendend beim Aufbau des Kompetenzzentrums Licht beteiligt. Seine Leidenschaft für eine profunde Ausbildung mündete in der Gründung der Lichtakademie Bartenbach, die in Kooperation mit der Universität Innsbruck zahlreiche „Master of Light and Lighting“ ausbildete.

Die Umlenkung von Tageslicht zur Beleuchtung großer Raumtiefen mit möglichst wenig künstlichem Licht galt vor mehr als 40 Jahren als revolutionär. Im Anschluss an ein Referat vor 40 Zuhörern bei Siemens bekam Christian Bartenbach das Feedback, die Zuhörer hätten damit zu kämpfen gehabt, dass Tageslicht auch Licht sei und in die Bauvorhaben integriert werden könne. Doch dann sollte das Interesse an der Thematik schnell wachsen und Bartenbach setzte die ersten Konzepte in Europa und Asien um. Allerdings ist der humorvolle Lichtplaner und -lenker davon überzeugt, dass man das Tageslicht an sich auch heute noch nicht richtig verstanden habe. „Die modernen Bauten, wie bspw. Bürohäuser, arbeiten zwar mit großen Fensterfronten. Jedoch verebbt das Licht im Rauminneren und es muss mit Kunstlicht ausgeholfen werden. Gerade hier ließen sich mit Tageslicht-Umlenksystemen hervorragende natürliche Lichtverhältnisse generieren.“

Insbesondere im Zusammenspiel mit Tageslichtplanung schreibt Bartenbach dem Beruf des Lichtdesigners große Verantwortung zu. „Sobald er Tageslicht in seine Konzepte integriert, greift er direkt in das Baugeschehen ein. Deshalb ist es gut, wenn beide von Anfang an zusammenarbeiten.“

Der fünffache Familienvater hat sich längst aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und die Geschäftsführung an seinen jüngsten Sohn übergeben. Er freut sich, dass er jetzt die Muße hat, sich „endlich über das Phänomen Licht klarzuwerden“. Schreibend.
Die Auszeichnung Christian Bartenbachs für sein Lebenswerk erfolgte während einer Gala am 17. Mai im Theater am Tanzbrunnen in Köln. Dort wurden auch die Sieger unter den 37 Finalisten des Deutschen Lichtdesign-Preis 2018, der in diesem Jahr zum achten Mal vergeben wurde, vor mehr als 500 Gästen bekannt gegeben. Zu den Gästen zählten Lichtdesigner, Architekten, Industrievertreter, Bauherren und Journalisten.

Professionelle Beleuchtung etabliert sich

Mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis, der 2018 zum achten Mal verliehen wurde und sich als Indikator für herausragende Beleuchtungslösungen im deutschsprachigen Raum etabliert hat, wollen die Veranstalter der professionellen Beleuchtung von Projekten – als ein wesentliches Modul für die Qualität der gebauten Umwelt – öffentliche Wertschätzung verleihen. Unabhängig von der Größe des Bauvorhabens setzen Architekten im Bereich der Beleuchtung heute zunehmend auf die Unterstützung von Lichtdesignern, die ihr technisches, wahrnehmungspsychologisches und gestalterisches Wissen in die Anforderungen an die Beleuchtung einbringen. Bestens etabliert hat sich Licht inzwischen in der Umsetzung künstlerischer Konzepte.

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Ab jetzt können Sie Tickets für die Gala am 17. Mai 2018 in Köln bestellen.

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