Nominierung 2017

MUSEUM ZITADELLE SPANDAU

Licht Kunst Licht AG
Schlesische Str. 27
10997 Berlin
www.lichtkunstlicht.com

Lichtplanung
Maik Czarniak
Edwin Smida
Maximilian Piltz (freier Mitarbeiter)

Fotorechte
Jens Achtermann (Großes Foto und Foto unten rechts)
Joanna Kosowska (Foto unten links)

Kategorie
Museen

Bauherr
Bezirksamt Spandau

Architekt/Innenarchitekt
Staab Architekten GmbH, Jens Achtermann

Elektroplanung

PROJEKTBESCHREIBUNG

Im ehemaligen Proviantmagazin der Zitadelle Spandau wird seit 2016 die Dauerausstellung „Enthüllt – Berlin und seine Denkmäler“ gezeigt. Erstmals seit langer Zeit, sind dort politische Denkmäler zu sehen, die einst das Berliner Stadtbild prägten, aber später daraus verschwunden sind. Um klar darzulegen, dass die Denkmäler jetzt Ausstellungsstücke in einem Museum sind und nicht länger im Freien stehen, spielen die raumbegrenzenden Wände eine wesentliche Rolle im Lichtkonzept. Über Wallwasher von der Decke werden diese homogen mit Licht bespielt und erhalten dabei gleichzeitig dezente Nuancen aus Licht und Schatten.

Das Licht der Wallwasher erreicht dabei nicht nur die Wände, sondern auch die Skulpturen, die an der Wand entlang aufgereiht sind. Nur vereinzelt sind besonders wichtige Ausstellungsstücke mit extra Akzentstrahlern beleuchtet.

Im Medienraum der Siegesallee wird das 1898 bis 1901 im Tiergarten errichtete Denkmalensemble mit seinen brandenburgisch-preußischen Herrschern präsentiert, umhüllt von einem gedruckten 360″ Motiv aus grünen Bäumen und Sträuchern. Über eine Soundcollage und eine dynamischen Lichtinstallation kann der Besucher in einem 18 minütigen Loop das Geschehen eines Tages aus jener Zeit erleben. Die Hinterleuchtung des umlaufenden Bildmotives wird durch eine Reihung von LED Profilleuchten erzeugt und wirft ein Streiflicht zwischen die doppelschichtige Wandung aus zwei unterschiedlich dichten Geweben. Das Licht kommt von oben, wie in der Natur auch und verändert sich, je nach Uhrzeit im Loop in seiner Lichtfarbe und Helligkeit. Um darüber hinaus eine möglichst realistische Anmutung der Figurengruppe zu erhalten ist ein Deckenslot in Form einer Parabel so im Raum angeordnet, dass die darin verstecken 13 Strahler einen dynamischen Sonnenlichtverlauf imitieren können. So geht in der Inszenierung die Sonne in Form einer ineinander fadenden Strahlergruppe scheinbar im Osten auf, steht mittags im Zenit über dem Denkmal und verschwindet gegen Abend wieder auf der anderen Seite der Deckenparabel. Zum Hörspiel passend wird über die Strahler auch das fahle Mondlicht simuliert, oder es wird ein nachmittägliches Gewitter mit Blitzlichtern begleitet. Natürlich sind auch diese Leuchten in der Lage die verschiedenen Lichtfarben und Helligkeiten eines Tageslichtverlaufes nachzubilden. Darüber hinaus lässt hier und da eine leichte Bewegung des Lichtes spüren, ganz so, als würde das Licht der Sonne durch ein bewegtes Blätterdach fallen. Erzeugt wird dieser Effekt durch das Einbinden von im Deckenslot integrierten und programmierten Ventilatoren, die den darunter hängenden, gelochten Stoff in Bewegung versetzen.

 

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