Preisträger 2016

ORTSDURCHFAHRT WALDENBURG

art light GmbH
Züricher Strasse 202
9014 St. Gallen
Schweiz

Lichtplanung
Mario Rechsteiner
Nan Dietrich

Kategorie
Außenbeleuchtung / Öffentliche Bereiche

Bauherr
Tiefbauamt Kanton Basel-Landschaft

Architekt/Innenarchitekt
Schwob&Sutter Architekten AG, Bubendorf und Lichtplan GmbH

Elektroplanung
EBL Genossenschaft Elektra Baselland

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die neu installierte Beleuchtung der Hauptstraße in Waldenburg, im Kanton Basel-Landschaft, zeigt deutlich auf, dass eine gute Beleuchtung nicht zwingend viel Licht und Leuchten braucht, sondern der reduzierte, gezielte Einsatz von Licht die Wirkung bestimmt.

Dem Beleuchtungskonzept liegen zwei Ansätze zugrunde: Es muss eine normgerechte Straßenbeleuchtung umgesetzt werden, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Gleichzeitig gilt es, ein stimmungsvolles Licht zu entwickeln, das den Straßenraum erlebbar macht und das Ortsbild aufwertet. Die Hauptstraße ist eine typische Durchgangsstraße, die den Raum schnell in den Hintergrund drängt. Die Durchfahrt ist das Ziel, nicht der Ort. Die alte Beleuchtung besteht aus Quecksilberdampf – Hochdrucklampen und Natriumdampf – Niederdrucklampen. Es ist eine funktionale Beleuchtung für die Straße, der Ort spielt eine untergeordnete Rolle.

Das neue Lichtkonzept für Waldenburg übernimmt das bestehende Prinzip der Seilpendelleuchten. Ein Teil der bestehenden Leuchten wird zugunsten der Harmonisierung des Leuchtenmobiliars entfernt. Es werden neue, regulierbare LED Pendelleuchten eingesetzt, die mit einer Nachtabsenkung betrieben werden. Der Verbrauch der alten Beleuchtung lag bei 2.7kW, die neue Beleuchtung liegt bei nur 1.3kW.

Um den Raum zu strukturieren, werden einzelne raumbestimmende Gebäude durch Anstrahlung mit Goboprojektoren sichtbar gemacht. Die Projektoren modellieren die Fassaden sehr harmonisch. Im Gegensatz zu einer flachen konventionellen Anstrahlung, wird die Struktur des Gebäudes mit Hilfe von Masken herausgearbeitet. Störender Lichteintrag in die Gebäude, Lichtverschmutzung durch Streulicht und Blendung der Autofahrer wird vermieden. So wird u.a. die Kirche, die das Tagbild Waldenburgs maßgeblich bestimmt, auch in den Abend- und Nachtstunden sichtbar. Durch ihre dezente Anstrahlung wird sie sanft betont, ohne ihr Umfeld durch ein zu hohes Helligkeitsniveau negativ zu beeinträchtigen.

Neben der Hervorhebung einzelner Fassaden werden kleine Plätze mit schlichten, niedrigen Stelen als Raum erlebbar gemacht und die Geradlinigkeit der Straße unterbrochen. Dazu gehört auch die Beleuchtung des Fischbrunnes. Wandleuchten ergänzen in Gassen und Nebenstraßen die Beleuchtung, schaffen Orientierung, aber vor allem auch Raumtiefe. Die Ein- und Ausfahrtsbereiche der Stadt werden durch die Seilpendelleuchten der Straßenbeleuchtung betont.

Die Hauptstraße in Waldenburg ist ein gutes Beispiel dafür, dass Städte nachts auch mit einer sehr reduzierten Beleuchtung lesbar gemacht werden können. Es geht nicht darum, mehr und heller, sondern differenzierter zu beleuchten. Trotz des geringen Beleuchtungsniveaus wird ein stimmungsvolles, nächtliches Stadtbild erzeugt. Auch das Leuchtenmobiliar beeinflusst das Ortsbild kaum, da es durch eine minimierte und schlichte Formensprache optisch in den Hintergrund tritt. Die Lichtfarbe von 3000 K unterstützt die angestrebte warme, einladende Atmosphäre.

„Heute erscheint der Ortskern von Waldenburg in seiner bisher kaum wahrgenommenen Pracht. Der Ort hat nicht nur seine Identität wiedererlangt, sondern auch an Sicherheit und Lebensqualität gewonnen.“ So beschreibt die Presse in einem Artikel das neue Gesicht Waldenburgs.

 

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