Nominierung 2018

Evangelische St. Andreas-Kirche Ostönnen

Lightmosphere

Maximilian Piltz
Kaiserin-Gisela-Str 28
59457 Werl
m.piltz@lightmosphere.de
www.lightmosphere.de

Lichtplanung:

Maximilian Piltz

Weitere Projektbeteiligte:
Bauherr:

Evangelische Kirchengemeinde Ostönnen

Architekt/Innenarchitekt:

Clemens und Maas Architektinnen Mechthild Clemens & Barbara Maas

Elektroplanung:

Hans Stahl GmbH & Co. KG, Soest

Fotorechte:

©Boris Golz, Arnsberg

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die am Jakobsweg gelegene kleine denkmalgeschützte Gewölbebasilika St. Andreas, Soest- Ostönnen, stammt aus dem 12. Jh. und gilt als eine der schönsten und am Besten erhaltenen romanischen Dorfkirchen Westfalens.

Die Strenge und Ruhe des romanischen Innenraums mit seinen klaren geometrischen Formen, seiner schlichten Dekoration und sehr geringem Tageslichtanteil bedurfte einer zurückhaltenden und doch gleichzeitig flexiblen Unterstützung durch Licht. Eine besondere Herausforderung stellte hierbei die Implementierung der durch die Gemeinde vorgegebenen Flexibilität der technischen und dekorativen Beleuchtungswünsche in die denkmalgeschützte Struktur des sakralen Raumes dar, ohne von der Architektur abzulenken.

Die einladende Offenheit des hinter der Orgel liegenden, vollkommen neu gestalteten Eingangsbereiches wird in seiner geradlinigen Erscheinung durch zwei Lichtflächen unterstützt. So lädt bereits der helle Eingangsbereich den Eintretenden ein, mehr zu entdecken.

In dem erhöhten Mittelschiff wurden schlichte und doch multifunktionale Pendelleuchten positioniert. In Anlehnung an mittelalterliche Öllampen verfügen diese über drei seitliche Ausleger zur Aufhängung. Der Leuchtenkörper vereint insgesamt drei individuell dimmbare Lichtelemente, die ein blendarmes Licht in den Bänken, ein sphärisches Licht zur Aufhellung des Raumes und ein weiches Licht zur Aufhellung der Gewölbe bieten.

Die zwei niedrigeren Seitenschiffe im Norden und Süden haben je drei Pendelleuchten mit jeweils zwei individuell dimmbaren Lichtelementen erhalten. Die Bauform dieser Sonderleuchten vereint eine proportional große Lichtfläche zur Aufhellung der unteren Raumebene mit vier kräftigen, nach oben gerichteten Lichtlinien zur Aufhellung der Gewölbe.

Das östliche Chorraum-Viereck mit seiner angeschleppten halbkreisförmigen Apsis, der Steinaltar und das vorgelagert aufgehängte Kreuz grenzen sich architektonisch klar vom Mittelschiff ab und werden durch verdeckt positionierte Strahler mit direkt strahlendem, weichem Licht inszeniert. Auch Kanzel und der Bereich vor dem Chorraum erlangen ebenfalls durch versteckt positionierte Strahler die nötige optische Präsenz im Raum.

Die gotische Orgel, welche zu den ältesten, spielbaren Orgeln der Welt gehört, ist im westlich an das Mittelschiff angeschleppten Turmquadrat positioniert. Auch Turmquadrat und Orgel sind architektonisch klar vom erhöhten Mittelschiff getrennt. Dieser liturgisch essentielle Bereich wird durch die Kombination einer neutralweißen Anstrahlung der farbenfroh dekorierten Orgel und indirektem warmweißen Licht im umgebenden Turmquadrat-Gewölbe auf eine besondere Weise betont.

Um die zu großen Teilen original erhaltenen, mittelalterlichen Malereien in ihrem gesamten Spektrum angemessen sichtbar zu machen, verfügen sämtliche eingesetzten Leuchten über eine sehr hohe Farbwiedergabe. Warme Lichtfarben bringen eine angenehme Atmosphäre mit sich, die Anstrahlung der Orgel stellt mit 4000K die einzige Ausnahme dar.

Da die sehr aktive Gemeinde die Dorfkirche häufig nutzt, ist auf eine „Individualisierung durch Licht“ großen Wert gelegt worden. Die individualisierte Beleuchtungssteuerung bietet der Gemeinde neben der Ansteuerung einzelner Leuchten auch eine Vielzahl von Beleuchtungsszenarien.

EINREICHUNGEN 2019

Bis zum 30.09.2018 können Sie Projekte für den Lichtdesignpreis 2019 einreichen.

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