Nominierung 2018

Propsteikirche St. Trinitatis Leipzig

Lumen³ GbR

Entenbachstr. 25
81541 München
bliefert@lumen3.de
www.lumen3.de 

Lichtplanung:

Wolfram Bliefert, Susan Buettner 

Weitere Projektbeteiligte:
Bauherr:

Katholische Propsteipfarrei St. Trinitatis

Architekt/Innenarchitekt:

Schulz und Schulz, Leipzig 

Elektroplanung:

Künstler Falk Haberkorn

Fotorechte:

©Lumen³

PROJEKTBESCHREIBUNG

Das Fenster der 2015 geweihten neuen Leipziger Propsteikirche St. Trinitatis erstreckt sich, dem Stadtraum zugewandt, auf der Nordseite des Gebäudes ebenerdig über dessen gesamte Breite von fast 22 Metern. Außen von der weit vorkragenden Orgelempore überragt, entfaltet das von beiden Seiten undurchsichtige, transluzente Glas seine Wirkung überhaupt erst durch die im Fensterkorpus verborgenen Lichtquellen, deren gleichmäßige Abstrahlung die opake Glasfront nach innen und außen wie aus sich selbst heraus zum Leuchten bringt und so die ihr ›eingeschriebene‹ Botschaft erst deutlich hervortreten lässt. Diese »Botschaft« – im doppelten Sinne – ist der vollständige Text der Bibel nach katholischem Kanon. In zwei übereinander gelagerten Ebenen für das Neue und das Alte Testament zieht sich die per Sandstrahlung ins Glas geschnittene Heilige Schrift auf vierzehn Einzelsegmenten über die gesamte Außenfassade. Je nach Lichtsituation – Auflicht oder Hinterleuchtung – ist der Schriftkörper der einen Ebene gegenüber der jeweils anderen stärker akzentuiert. – Auf der Innenseite des Fensters, zum Kirchenraum hin, finden sich dagegen nur fünf Zeilen eines einzigen, durchlaufenden Textes in übergroßen Lettern: die ersten fünf Verse des Johannesprologs. Während auf der Außenfassade die Typografie eine eigene körperliche Substanz entwickelt, erscheint hier die Schrift nur im Medium des Lichts. Bei Auflicht nahezu unsichtbar, tritt dieser für die katholische Kirche zentrale Text erst bei Hinterleuchtung beinahe unkörperlich aus dem opaken Grund des Glases hervor.

Insgesamt vier durchgängige Wallwasher-Lichtbänder überstrahlen jeweils von oben und von unten die ihnen gegenüberliegende Glaskunst auf der gesamten Fassadenlänge. Reflektoren und Ausstrahlcharakteristik wurden dafür entwickelt und berechnet. Eine ausgeklügelte Lichtszenerie mit aufeinander abgestimmten Dimmwerten lässt den oben beschrieben Eindruck erst entstehen.

PREISVERLEIHUNG 2019

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