Nominierung 2018

Ulmer Münster

Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG

Schwemmfeld 18
85137 Pfünz
Info@ibamberger.de
www.ibamberger.de  

Lichtplanung:

Walter Bamberger, Andreas Fürsich, Monika Kadlubek 

Weitere Projektbeteiligte:
Bauherr:

Evang. Gesamtkirchengemeinde Ulm

Architekt/Innenarchitekt:

Münster Bauamt, Ulm 

Elektroplanung:

Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG 

Fotorechte:

©bildhübsche fotografie, Andreas Körner

PROJEKTBESCHREIBUNG

Pünktlich zum Reformationsjahr wurde die Beleuchtung im Ulmer Münster fertiggestellt.

„Überwältigende Beleuchtung“ – so die Headline eines Leserbriefes in der Südwestpresse Ulm vom 12.01.2017.

Das Ulmer Münster als gotischer Kirchenraum mit seiner natürlichen Lichtführung ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die Gotik von uns als „gebautes Licht“ zu verstehen ist. Licht ist Konstruktionsprinzip!

Diese Form des erlebbaren Raumes und der Architektur und das Verständnis der Entstehungsgeschichte mit ihrem eigenen Kontext ist der Maßstab für uns im Umgang mit künstlichem Licht. Dies bedeutet, am Anfang des 21. Jahrhunderts mit Licht eine Transformation von damals in das Heute zu schaffen.

Für die Gottesdienste gliedert ein in der Mitte des Hauptschiffes eingestellter Altar vor den Pfeilern zum nördlichen Seitenschiff das Langhaus mit den Bankblöcken in zwei Hälften. Angebunden ist ein großer Bankblock im gegenüberliegenden südlichen Seitenschiff mit Ausrichtung zur Altarinsel.

Die Haupt-Konzertfläche befindet sich vor dem Kreuzaltar im Langhaus und eine Konzertfläche für kleinere Veranstaltungen ist im Chor.

Das mehr als 40 m hohe Langhaus erlebt durch die Obergadenfenster eine Tageslichtführung, die die Dimensionen des Raumes begreifen lässt – ein überragendes Raumgefühl entwickelt sich und übliche Größenverhältnisse werden verschoben. Gleichzeitig ist die außergewöhnliche Höhe des Münsters aus heutiger Vorstellung bezüglich seiner natürlichen Lichtführung seine größte Schwäche. Die Seitenschiffe mit ihren Fenstern mit Glasmalerei fallen an trüben Tagen stark ab, das Tageslicht reicht nur schwerlich zum Lesen. Die alte Beleuchtung mittels Pendelleuchten war unzureichend, nachts fiel der Gewölberaum komplett in tiefen Schatten.

Das für das Münster erarbeitete Lichtkonzept setzt die gotische Architektur und ihre natürliche Lichtführung als Maßstab an. So wird nicht nur das fehlende Funktionslicht ergänzt, sondern auch das Raumerlebnis wird fortgeführt, welches sich bereits aus der natürlichen Tageslichtführung und der Intention früherer Baumeister ableiten lässt.

Als Lösung wurden Pendelleuchten entwickelt, die ihren Platz in den Jochen zwischen Haupt- und Seitenschiff habe. Die Sichtachsen der Schiffe bleiben frei, der Blick ins Gewölbe ist ungehindert. Die Lichtaufgaben werden nun durch an den Pendelleuchten montierte Lichtköpfe realisiert.

Diese Lichtköpfe setzen das Licht für den gesamten Kirchenraum zusammen: sowohl Funktionslicht, das direkt nach unten in die Bänke strahlt und die schwachen Tageslichtverhältnisse ergänzt, aber auch die Beleuchtung der Architektur. Nach oben gerichtete Lichtköpfe öffnen die Dimensionen und führen auch am Abend den Tageslichteindruck fort. Jeder LED Lichtkopf ist justierbar. Mit bis zu 20 bzw. 24 Lichtköpfen und bis zu 11 verschiedenen Lichttechniken wird dieses beschriebene Ziel erreicht.

Mit einer Schaftlänge von 3,2 m und einem Schaftdurchmesser von nur 40 mm der Pendelleuchten und deren Farbigkeit halten sie sich selbst bei Tageslicht im Raumerleben höflich zurück – ein Respekt vor dem historischen Raum. Fast jeder dieser Lichtköpfe ist dimm- und schaltbar.

PREISVERLEIHUNG 2019

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