Nominierung 2019

Die Herrengasse rollt den Teppich aus

podpod design
Ferrogasse 10/4
1180 Wien
Österreich
studio@podpoddesign.com
www.podpoddesign.at

Lichtplanung:
Michael und Iris Podgorschek
Zeno Valenti

Kategorie
Lichtkunst

Weitere Projektbeteiligte:

Bauherr:
Amisola Immobilien AG, Palais Kinsky, Wien

Architekt/Innenarchitekt:

Elektroplanung:

Fotorechte:
©digitalimage.at/Jansenberger Fotografie

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Wiener Herrengasse liegt im Herzen Wiens und hat eine lange Geschichte vorzuweisen und wird gesäumt von einer Reihe der wichtigsten historischen Bauten Wiens: Palais Kinsky, das Palais Ferstl, das Palais Harrach, die Palais Trauttmansdorff, Batthyany und Porcia.

Die Lichtkunstinstallation „Die Herrengasse rollt die Teppiche aus“ von podpod design ist ein Versuch, Kunst und Kunsthandwerk quasi straßentauglich zu machen. Die Idee entstand als Folgeprojekt nach Abschluss der Neugestaltung der Begegnungszone Herrengasse (Architekt Kirsch mit FCP und podpod design), deren Studium des verzweigten Netzwerks von Innenhöfen und Durchgängen, wie beim Palais Harrach oder beim Ferstel, die der Herrengasse eine ungeahnte zweite Dimension gibt. Doch wo hört die Öffentlichkeit auf, und wo beginnt das Private? Wir konnten die Eigentümer der wichtigsten Palais in der Herrengasse davon überzeugen, ihre Tore auch abends für die Allgemeinheit zu öffnen und den Außenraum fließend in den Innenraum übergehen zu lassen. Wie eine einladende Geste werden täglich ab Einbruch der Dunkelheit in regelmäßigen Intervallen die aus Licht gewobenen Teppiche des MAK, des Museums für angewandte Kunst und Gegenwartskunst in Wien ausgerollt. Dies erfolgt durch Projektionen gemappter Videoclips.

Das MAK besitzt eine der bedeutendsten Knüpfteppichsammlungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert – eben aus jener Zeit, in der viele der Palais erbaut wurden. Orientteppiche waren begehrte, repräsentative Sammlungsstücke. Die Installation lässt viel Raum für Geschichte(n), wie ein solcher Teppich ins Palais gekommen sein mag. Hat die Gräfin Eleonore Batthyany von ihrem engen Vertrauten Prinz Eugen nach seinem Sieg über die die Osmanen einen erbeuteten Teppich geschenkt bekommen? Oder vielleicht bekam der Graf Harrach ein solches Prachtstück als diplomatisches Geschenk aus dem Iran?

Technisch war das Projekt jedenfalls eine große Herausforderung, galt es doch, die über das Internet gewarteten Projektoren möglichst versteckt und denkmalamtskonform im Inneren der jeweiligen Einfahrt zu platzieren und das projizierte Bild im Rahmen der von der MA46 – Verkehrssicherheit behördlich vorgegebenen Grenzen zu halten. Das hatte komplexe Entzerrungsprozeduren zur Folge, dank der Umsetzung durch die Firma LB Electronics wurden aber dann doch immer Lösungen gefunden. Die Teppichprojektionen werden von der Bevölkerung gut angenommen, besonders Kinder reagieren stark auf die im 5-Minuten-Intervall bewegten Bilder. Doch auch an die Umwelt wurde gedacht: bevor spätabends die Palais ihre Tore schließen und nur mehr wenige Nachtschwärmer durch die Herrengasse ziehen, werden auch die Teppiche für den Rest der Nacht wieder eingerollt; Ruhe muss schließlich auch sein – nicht bloß akustisch, auch visuell.

PREISVERLEIHUNG 2019

Ab jetzt können Sie Tickets für die Gala am 16. Mai 2019 in Wuppertal bestellen.

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