Nominierung 2019

Futurium Berlin

realities united
Falckensteinstr. 48
10997 Berlin
te@realu.de

Lichtplanung:
Jan und Tim Edler
Daniel Slota
Raphael Kirsch
Christian Riekoff

Kategorie
Museen

Weitere Projektbeteiligte:

Bauherr:
BlmA

Architekt/Innenarchitekt:
Richter Musikowski Architekten, Berlin

Elektroplanung:
Baur und Gut, Bad Schussenried

Fotorechte:
© Daniel Slota

PROJEKTBESCHREIBUNG

Das Futurium ist ein Ort für Begegnung und Austausch zum Thema Zukunft, dort wird geforscht, ausgestellt und diskutiert was Zukunft ist und wie sie sein könnte.
Bei der Bearbeitung der Lichtplanung für ein Haus der Zukunft, stellen sich natürlicherweise Fragen bzgl. der Zukunftsfähigkeit von einzelnen Produkten und Lichtplanungsansätzen. Ob es denn möglich wäre konventionelle Technik durch Aufrüsten mit digitalen Werkzeugen zukunftsfähig zu machen. Oder ob das Licht mehr sein kann als die reine Gebäudebeleuchtung.

Durch den Einsatz von immer neuen Produkten und Technologien kann man schnell in dem Paradoxon gefangen sein, dass die soeben eingesetzten neuesten Produkte einem schnellen Alterungsprozess ausgeliefert sind; und dass nach wenigen Jahren, sie als altmodisch wahrgenommen werden. Um sich davon abzugrenzen war unser Planungsansatz, dass wir von vornherein uns konventioneller Technik und Gestaltungsansätze aus dem 20. Jahrhundert bedienen und diese neu interpretieren. Die Lichtrasterdecke im EG erinnert in ihrer Gestalt an die Rasterdecken aus den 70-er Jahren, welche zur Entblendung von Leuchten in Räumen eingesetzt wurden, ebenso auch die Leuchtenschirme aus der Halle im UG – dies sind Systeme die nicht unbedingt lichteffizient sind, jedoch durch ihre skulpturale Erscheinung einer leuchtenden Decke immer noch aktuell und raumdominant aussehen. Das Redesign solcher Decken, sowohl formal als auch inhaltlich – ermöglicht uns neue Ansätze zu finden. Einfache herkömmliche Leuchten mit computergestützter Software zu einem Netzwerk verbunden erlauben innovative Anwendungsszenarien. Das künstliche Licht im Gebäude kann damit zum Informations- und Kommunikationsmedium werden. Es kann als ein programmierter lebender Organismus mit eigenen Verhaltensmustern sein oder es kann auf Personen und Ereignisse im Haus reagieren. Durch ortgenaue, personenabhängige Steuerung ist es möglich neben Helligkeit auch Dunkelheit als eigenständiges Raumerlebnis zu erzeugen.

Arbeitsansatz für die Lichtplanung im Futurium:
Die Lichtplanung ist sehr übersichtlich. Sie basiert augenscheinlich auf großflächigen und homogenen Feldern gleicher Leuchten, die in großer Stückzahl wiederholt sind und den Raum dominieren. Das Zusammentreffen unterschiedlicher orthogonaler und diagonaler Rasterarten mit den kühl polymorphen Grundrissfiguren der Architektur erzeugt sparsam Akzente und Spannungssituationen. Diverse speziell raumsituative Akzentleuchten und Downlights wurden versteckt angeordnet, um den minimalistischen Eindruck der Beleuchtungsanlage nicht zu konterkarieren.

Drei wesentliche Anordnungen werden im Haus sichtbar: im Untergeschoss ein Feld aus trichterförmigen weißen Sonderleuchten die gemeinsam eine Lichtdecke bilden; im Erdgeschoss eine versetzt orthogonale Anordnung von Langfeldleuchten hinter einem flächig abgependelten Blendraster und im Obergeschoss offene Langfeldleuchtenbänder in paralleler Anordnung unter den ansteigenden Decken der hohen Ausstellungshalle. In den Ausstellungsräumen sind in großer Menge Stromschienen und andere Systeme zur späteren Integration situativ ergänzender Ausstellungsbeleuchtung vorgehalten, die jeweils unterhalb und ergänzend zu den durchgehenden Leuchtenfeldern hinzugefügt werden.
Alle Leuchtenfelder zeigen eine sparsame und funktional „industrielle“ Erscheinung und basieren auch in der Hängeausführung auf typischen industriellen Tragschienensystemen. Besondere Leistungsfähigkeit erhalten die einzelnen Anlagen wesentlich durch die differenzierten und teilweise auch dynamischen und interaktiven Steuerungsmöglichkeiten.

Obwohl das Haus als Museum geplant, erinnert die Architektur teilweise an Industrie- und Messehallenarchitektur. Dieser Charakter wird verstärkt durch die durchgehende Gestaltung der Geschosse in den Farben weiß im EG, sowie anthrazit und schwarz in den Ausstellungsgeschossen im OG und UG.

PREISVERLEIHUNG 2020

Ab jetzt können Sie Tickets für die Gala am 14. Mai 2020 in Hannover bestellen.

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