Nominierung 2019

Klarissenkloster Köln

arens faulhaber lichtplaner
Schanzenstraße 30
51063 Köln
mail@arens-faulhaber.de
www.arens-faulhaber.de

Lichtplanung:
arens faulhaber lichtplanung

Kategorie
Außenbeleuchtung / Öffentliche Bereiche

Weitere Projektbeteiligte:

Bauherr:
Erzbistum Köln

Architekt/Innenarchitekt:
LK | Architekten Köln

Elektroplanung:
Calorelektrik, Köln

Fotorechte:
© Jens Willebrand, Köln

PROJEKTBESCHREIBUNG

2013 hatte Papst Franziskus die Ordensgemeinschaften dazu aufgerufen, ihre leerstehenden Klöster für Flüchtlinge zu öffnen. Ganz in diesem Sinne entschied sich das Erzbistum Köln das aufgegebene Klarissenkloster im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Kalk zu einem integratives Wohnprojekt zu transformieren. In einem Qualifizierungsverfahren überzeugten LK Architekten (Köln) mit einer behutsamen Sanierung und Öffnung der denkmalgeschützten Klosteranlage, sowie einer feinfühligen Nachverdichtung, die die Voraussetzung dafür bietet, das ehemals abgeschottete Terrain in das umliegende Stadtquartier zu integrieren.
Seit dem Frühjahr 2018 ist das „Integrative Wohnprojekt Klarissenkloster“ fertig gestellt. Zur Kapellenstraße öffnet sich das Areal nun mit einem einladend gestalteten Eingangsplatz zum Stadtraum. Rechts wird dieser flankiert von der Kirche, links von einem dreigeschossigen Neubau, die beide nun als Perspektivberatungsstelle Bildungszentrum der Caritas genutzt werden. Der Platz verjüngt sich nach hinten und öffnet mit einer direkt anschließenden Aufweitung den Blick in den ehemaligen Klostergarten. In dem direkt an die Kirche anschließenden Quadrum, dem ehemaligen Kloster, wurden nun Wohnungen für junge, unbegleitete Flüchtlinge eingerichtet. Seine backsteinerne Fassade flankiert den Weg des Betrachters, dessen Blick hier schon auf den Nordflügel des dreiflügeligen Gartenhauses fällt. Im Zentrum des hell verputzten Neubaus, in dem ein Großteil auch Sozialwohnungen vorbehalten ist, liegt der neue Quartiersplatz, der mit einladenden Sitzstufen und einer großzügigen, von Bäumen gerahmten Fläche deutlich urbane Qualitäten aufweist. Der Wunsch der Bauherren nach einem deutlich lesbaren aber durchlässigen Stadtquartier wird in der neu geschaffenen Folge von Plätzen, von Aufweitungen und Verdichtungen besonders deutlich.

Wichtig war es nun, die angenehme Atmosphäre, die die altstädtische Kleinteiligkeit und Dichte bei Tageslicht erzeugt, in die Abend- und Nachtstunden zu transportieren. arens faulhaber lichtplaner kam dabei zugute, dass das Gelände im Besitz des Erzbistums ist und die Lichtplanung nicht strikt engen DIN Vorgaben folgen musste.

So konnten sie vergleichsweise frei mit dem Licht spielen, konnten mit einer sorgsam komponierten Folge von Lichtinseln ausreichend Helligkeit erzeugen, ohne die Atmosphäre zu zerstören. Sie verteilten 13, fünf Meter hohe Masten auf dem Gelände, an denen jeweils drei kubische Leuchten mit gerichtetem Licht und definiertem Ausstrahlwinkel befestigt sind. Zwei davon sind breitstrahlend, ihr auf den Boden gerichteter Lichtkegel ist weich ausgeblendet. Der dritte gibt als Spot deutlich mehr Licht, und markiert das Zentrum der Lichtinsel. Sämtliche Masten stehen frei, wohl aber in Gebäudenähe, so dass die erforderlichen Wenderadien für die Feuerwehr auf den Platzflächen eingehalten werden können. Einige sind zusätzlich mit Strahlern versehen, die weiches Licht auf die Fassaden abgeben, um die Plätze auch in der dritten Dimension wirken zu lassen. Mit drei Metern etwas niedriger ist der gezielt auf dem Quartiersplatz platzierte Mast.

Sämtliche Zugänge, so auch die Laubengänge der Neubauten, sind zur Kennzeichnung und Führung der Bewohner mit direkt-indirekt strahlenden Leuchten versehen. Die Laubengänge wirken als gleichmäßig erhellte Lichträume, da sie von außen nicht sichtbar auf der Innenseite der Außenfassade platziert wurden. Ihr Lichtschein verleiht den Wohngebäuden, sowie den von ihnen gefassten Plätzen, eine freundliche und einladende Ausstrahlung. Durch die ausgewogene Komposition verschiedener Lichtquellen und die gezielte Dosierung und Ausrichtung der Helligkeit bleibt die Folge der Plätze spannend und mag Erinnerungen an abendliche Spaziergänge in einer italienischen Altstadt wecken.

(Text:Uta Winterhager)

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