Nominierung 2019

Mittelalterliche Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg

podpod design
Ferrogasse 10/4
1180 Wien
Österreich
studio@podpoddesign.com
www.podpoddesign.at

Lichtplanung:
Michael und Iris Podgorschek
Zeno Valenti
Lukas Leitner
Anna Ciniero

Kategorie
Museen

Weitere Projektbeteiligte:

Bauherr:
Salzburger Schlösser & Burgen Betriebsführung

Architekt/Innenarchitekt:
Eidos Architektur

Elektroplanung:
Ingenieurbüro Tabakoff – IT

Fotorechte:
©podpod Design

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Fürstenzimmer im Hohen Stock der Festung Hohensalzburg sind quasi das Kronjuwel des Gebäudekomplexes aus dem 11. Jahrhundert. Sie waren die Prunkräume Leonhard von Keutschachs und entstanden um 1500. Sie sind ein außergewöhnliches Beispiel spätgotischer Profanarchitektur und bieten Einblick in die Stil-, Wohn- und Lebensraumgestaltung einer fürsterzbischöflichen Residenz jener Zeit. Sie bestehen aus dem Goldenen Saal, sowie den beiden kleineren Räumen der Goldenen Stube. ihre Ausstattung ist großteils original, und die verwendeten Materialien zeugen von der Macht und dem Reichtum des Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach, der die Festung als seinen Herrschaftssitz ausbauen ließ. In ganz Europa gibt es kein vergleichbares Objekt mit einer annähernd gut erhaltenen Ausstattung aus jener Zeit. Die Nutzung der Räume deckt eine große Bandbreite ab, von individuellen Begehungen über Führungen bis hin zu klassischen Konzerten oder Lesungen, die im Goldenen Saal stattfinden.

Nach umfangreichen Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten präsentieren sich die Fürstenzimmer seit März 2016 in neuem Glanz. Die Kosten für die Arbeiten stammen aus Eigenmitteln des Auftraggebers und belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Euro. Ein Drittel des Gesamtbetrags wurde in die Restaurierung und Sanierung der Räumlichkeiten und Böden investiert, ein weiteres Drittel für Maßnahmen zum Schutz der einzigartigen Substanz ausgegeben – darunter Brandschutz und eine kontrollierte natürliche Temperatursteuerung. Das verbleibende Drittel wurde in die Neugestaltung und Neupräsentation der Ausstellung investiert. Die Beleuchtung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem auf historische Bausubstanz spezialisierten Architekten Clemens Standl (Eidos Architektur ZT GmbH / Baukunst consult GmbH) und dem Bundesdenkmalamt, sowie den Bauherren, der Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsführung erarbeitet.

Eine besondere Herausforderung war die konservatorische Unantastbarkeit von Wänden und Decke. Dieses Problem wurde im Falle des Goldenen Saales mit einer Stromversorgung über den (nicht denkmalgeschützten) Dielenboden und die Integration der funktionalen Leuchten (Richtstrahler, Ceiling Washer und Floor Washer auf überkopfhohen Profilstehern) in ein niederes, besucherführendes Relingsystem, sowie kompakten asymmetrischen Bodeneinbauleuchten bei den Portalen und den Säulen gelöst. In den Räumen der Goldene Stube mit ihrem mittelalterlichen Holzboden wurde die Beleuchtung von Decke, Wänden und Besucherpfad gemeinsam mit Infoscreens und Wegeleitsystem in den Randbereich des Besuchersteges integriert. Eine Stele mit kleinen Strahlern zu Detailanstrahlung beim Durchgangsportal ergänzt die Beleuchtung. Das erforderliche Lumenpaket und die Lichtverteilungen wurden für alle Leuchten über Lichtberechnungen ermittelt und optimiert. Durch hervorragende Entblendung der Leuchten und die beinahe vollständige Abdunkelung der zuvor alles überstrahlenden Fenster mit Filterfolie konnte das Beleuchtungsniveau auf ein sehr stimmungsvolles und zugleich konservatorisch vertretbares Niveau gesenkt werden – bei zugleich deutlich verbessertem Sehkomfort.

Alle Leuchten basieren weitgehend auf (zum Teil geringfügig modifizierten) Serienprodukten und sind in LED-Technik mit Farbwiedergabe >Ra90 in einer Farbtemperatur von 3000K ausgeführt. Die szenenbasierte DALI-Steuerung ist in das hauseigene System eingebunden.

PREISVERLEIHUNG 2019

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