Nominierung 2021

Forum Sartorius

Studio DL
Heinrich-Brauns-Weg 34
31134 Hildesheim
info@studiodl.com
www.studiodl.com

Lichtplanung:
Norbert Wasserfurth
Johannes Käppler
Emlyn Etienne Goronczy
Gregor Gärtner
Marcin Ciupak
Conrad Rychlik
Tomasz Zero

Weitere Projektbeteiligte:
Bauherr: Sartorius AG

Architekt/Innenarchitekt:
Bünemann & Collegen GmbH

Elektroplanung:
Keydel Bock ingenieure GmbH

Fotorechte:
Bild oben und unten links: © Henning Stauch
Bild unten rechts: © Sören Deppe

PROJEKTBESCHREIBUNG

Strahlend, nachhaltig, markant und vital: Das neue Forum auf dem Sartorius Campus

Ein Kristall, in dem sich bei Tageslicht die Umgebung spiegelt und der bei Dunkelheit seine innere Strahlkraft zeigt – das war die Entwurfsidee für das neue, zentrale Gebäude auf dem 170.000 qm großen Sartorius Campus. Der Architekturentwurf des Forums stammt von den Hannoveraner Architekten Bünemann und Collegen und wurde von Beginn an begleitet durch die Lichtplaner von Studio DL, die sich sowohl der Innen-, als auch der Außenbeleuchtung annahmen.
Prägende Gestaltungsmerkmale der Architektur wurden aufgenommen und mit Licht als verstärkende Kraft untermauert. So werden beispielsweise Metallpaneele der Innenfassade aus unsichtbaren Lichtlinien mit einem Streulicht belegt. Weil die Linien jeweils nur auf einer Seite integriert sind, verstärkt der abnehmende Helligkeitsverkauf den kristallinen Charakter und die Dynamik der der Fassade, die scheinbar aus sich selbst heraus glimmt und schimmert. Ähnlich verhält es sich im Herzstück des Gebäudes, dem von einem Glasdach mit Stahltragwerk überspannten Atrium. Durch seine leuchtenden Flächen scheint auch das Atrium aus sich selbst zu strahlen – die Lichtquellen sind vollkommen kaschiert. Für die Unteransichten der Verbindungsstege wurden konstruktiv sehr aufwändige Lichtdecken angefertigt, ihre Einbauhöhe von lediglich knapp 15 cm stellte eine enorme Herausforderung dar, zumal auch Schalldämpfung und Notbeleuchtung zu integrieren waren. Und auch die Beleuchtung der dreieckigen und raumakustisch wirksamen Stahltragwerk-Ausfachungen, die das einfallende Tageslicht filtern und streuen, zeigt keinerlei Lichtquellen.
Eine ausgeklügelte Programmierung passt die Innenbeleuchtung kontinuierlich den Tageslichtverhältnissen an, schafft stets optimale Lichtverhältnisse für die Mitarbeiter und Besucher und sorgt zugleich für die Minimierung des Energieverbrauchs. Analog zu den in den Jahren zuvor fertiggestellten Bürogebäuden und dem Verwaltungsbau wurden auf den drei Obergeschossen des Forums großzügige Bürozonen eingerichtet. Sie sind vom Tageslicht durchflutet, die Mitarbeiter können ihre Arbeitsplätze aber zusätzlich individuell beleuchten, wobei auch hier ausschließlich indirektes Licht eingesetzt und größten Wert auf die Unsichtbarkeit der Lichtquellen selbst gelegt wurde. Die Programmierung sorgt wiederum für einen über den Tag dynamischen veränderten Verlauf, der den menschlichen Biorhythmus und somit das Wohlbefinden der Mitarbeiter so natürlich wie möglich unterstützt. Dabei werden sowohl die Lichtintensität, wie auch die Lichtfarbe angepasst und im Zusammenspiel mit dem Tageslicht die Arbeitsplatzflächen stets normgerecht mit 500 Lux beleuchtet.

Zur Vermeidung von Lichtinseln sind die Leuchten miteinander vernetzt.
Beim manuellen Aktivieren des Indirektlichts einer einzelnen Arbeitsplatzleuchte schaltet sich das Licht der benachbarten Leuchten automatisch abgedimmt hinzu. Damit ist die Atmosphäre behaglicher, und dank des gedimmten Zustands der Umgebungsleuchten bleibt der Energieverbrauch wirtschaftlich im Rahmen. Wenn nötig, kann ein direkter Lichtanteil individuell zugeschaltet werden. Ein Monitoring hat aber gezeigt, dass davon in den seltensten Fällen Gebrauch gemacht wird.

Aufgrund der frühzeitigen engen Zusammenarbeit zwischen Architekten und Lichtplanern ist im Forum der Sartorius AG die konsequente Umsetzung eines architekturbezogenen Beleuchtungskonzepts gelungen. Das Sartorius Forum ist ein geglücktes Beispiel für das das Zusammenspiel von Architektur und Lichtdesign. Licht als integraler Bestandteil und förderlicher Faktor der Innen- und Außenräume – hier ist es in gut realisiert. Die höchste Akzeptanz der Mitarbeiter, die sich offenkundig wohl fühlen, liefert dafür die beste Bestätigung.