Sonderpreis "Tageslicht"

Landtag Baden-Württemberg, Stuttgart

Licht Kunst Licht AG

Schlesische Str. 27
10997 Berlin
berlin@lichtkunstlicht.com
www.lichtkunstlicht.com

Lichtplanung:

Benjamin Dorff, Maik Czarniak, Tanja Baum, Thomas Möritz, Andreas Schulz

Weitere Projektbeteiligte:
Bauherr:

Land Baden-Württemberg vertr. Durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg

Architekt/Innenarchitekt:

Staab Architekten GmbH

Elektroplanung:

F & E Elektroanlagen GmbH

Fotorechte:

© Foto: Marcus Ebener

PROJEKTBESCHREIBUNG

Für die Generalsanierung des Landtagsgebäudes in Stuttgart wurden zwei auf den ersten Blick schwer vereinbare Ziele gesetzt: Einerseits musste die Denkmaleigenschaft des Baus unbedingt erhalten bleiben, andererseits sollte der vorher ausschließlich künstlich beleuchtete Plenarsaal für das Tageslicht geöffnet werden. In enger Kooperation haben Staab Architekten und Licht Kunst Licht eine elegante Lösung entwickelt, die das äußere Erscheinungsbild des Gebäudekubus aus Glas und Bronze nicht verändert, aber natürliches Licht auch in sein Zentrum holt.  Der vorher fensterlose und introvertierte Raum des Plenarsaals wurde für das Tageslicht geöffnet und durch die partielle Öffnung des Daches ein spürbarer Eintrag natürlichen Lichts und direkter Außenbezug erreicht. Dazu wurden 12 große kreisrunde Oberlichter mit einem Durchmesser von 2,60 Meter und 36 kleine mit einem Durchmesser von 0,80 Meter bündig in das Flachdach eingesetzt.

Das natürliche Licht wird durch ein innovatives Tageslichtsystem transportiert und über eine transluzente, satinierte Decke aus Kunststoffpaneelen in den neuneckigen Raum eingekoppelt. Dafür befinden sich direkt unterhalb der Oberlichter großformatige Kunststoffröhren, die bei den kleinen als kurze Zylinder und bei den großen Oberlichtern als lange, sich nach unten verjüngende Kegelstümpfe ausgeführt sind. Die Zylinder sind mit hochreflektiver Folie ausgekleidet und transportieren das Tageslicht gleichmäßig in den Deckenzwischenraum. Die großen, konischen Tageslichtöffnungen sind als transparente Kreise in die satinierte Lichtdecke eingebettet. Die Wandung der Kegelstümpfe ist von der Innenseite mit einer glatten und leicht spiegelnden Oberfläche versehen, während der Außenseite durch ein spezielles Lackierungsverfahren ein opaler Charakter verliehen wurde. So werden leuchtende Volumen im Deckenzwischenraum generiert, die der Decke Lebendigkeit und Tiefe verleihen.

Die klaren Abschlussscheiben der Kegel setzen markante Lichtschwerpunkte und erlauben direkte Ausblicke auf den Himmel über Stuttgart. Von jedem Sitzplatz aus ist die direkte und weitestgehend ungehinderte Sichtverbindung zum Himmel gewährleistet; das konisch zulaufende Detail der Lichtöffnungen verkürzt dabei optisch die Deckenstärke und scheint den Himmel an die Kante der Lichtdecke heranzuführen. Mit dem Tageslichtsystem lassen sich im Plenarsaal vitale Lichtstimmungen bei mittleren Beleuchtungsstärken zwischen 150 Lux an trüben und über 800 Lux an klaren, sonnigen Tagen generieren. Bedarfsgerecht kann jederzeit LED-Licht mit einstellbarer Farbtemperatur zwischen 2.700 Kelvin und 6.500 Kelvin das Tageslicht ergänzen bzw. in den Abendstunden allein die Regie übernehmen. Dafür wurden lineare LED-Leuchten wie Schaufeln einer Turbine ringförmig um die Tageslichttrichter und -zylinder angeordnet und um 30° in ihre Richtung angekippt.

Die Lichtplaner fanden in mehreren Nutzungsbereichen des Gebäudes Bestandslösungen vor, deren atmosphärische Wirkung eher respektvolle Updates denn Veränderung nahelegte. Im Interesse von Energieeffizienz und Lichtqualität brachten sie in diesen Fällen die Technik auf den neuesten Stand, bewahrten aber den Charme der vorhandenen Lösung.

EINREICHUNGEN 2019

Bis zum 30.09.2018 können Sie Projekte für den Lichtdesignpreis 2019 einreichen.

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