Nominierung 2022

Alte Mälzerei Lichtenrade

Konzeptlicht lighting solutions GmbH
Kiehlufer 7
12059 Berlin
office@konzeptlicht.de
www.konzeptlicht.de

Lichtplanung:
Gregor Sgonina
Inga Wulf

Weitere Projektbeteiligte:
Bauherr: Bezirksamt Berlin Schöneberg-Tempelhof

Architekt/Innenarchitekt:
Architekt: ff-architekten, Berlin

Elektroplanung:
Ingenieurbüro Trockel, Berlin

Fotorechte:
© Andreas Meichsner

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Alte Mälzerei in Lichtenrade bildet einen wichtigen Baustein in der Entwicklung eines geplanten Wohnquartiers im Südwesten Berlins. In dem Gebäude befinden sich auf ca. 3.100 m² Kultur- und Bildungseinrichtungen, die durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg genutzt werden. Die Aufgabe an die Lichtplaner bestand darin, für alle Bereiche ein durchgängiges Beleuchtungskonzept zu erstellen, das auf die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Bereiche eingeht und dabei sämtliche Interessen und Bedürfnisse der beteiligten Nutzer in einem gestalterisch sowie technisch anspruchsvollen Konzept umsetzt. Die historischen Oberflächen des Gebäudes wurden weitgehend erhalten und lediglich gereinigt, sodass der ursprüngliche industrielle Charme des Gebäudes bewahrt bleibt. Im gesamten Gebäude wurde die Technikinstallation sichtbar auf den Bestandsdecken montiert. Die Beleuchtung fügt sich dabei in die bestehende Architektur ein und setzt den Fokus auf die neu entstandenen Nutzungsbereiche des Gebäudes.

Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss befindet sich die Edith-Stein-Bibliothek. Als neues, zentrales Objekt wurde durch die Architekten eine leuchtend gelbe Stahlkonstruktion entworfen. Dieser Einbau mit Aufzug, Podesttreppen sowie einem Zwischenpodest mit Lesebereich verbindet beide Etagen und erweitert zudem den Nutzungsbereich der Bibliothek. Die über dem Luftraum angeordneten linearen Profilleuchten lassen die Konstruktion als klar erkennbares neues architektonisches Element hell erstrahlen. Die abgependelten Profilleuchten folgen in regelmäßigen Abständen der Anordnung der Stahlträger und fügen sich harmonisch in die vorgegebene Struktur des Gebäudes ein. Das sorgt für eine klare Gliederung des Raumes und eine optimale Ausleuchtung der Regale sowie der um die Galerie im Obergeschoss angeordneten Lesebereiche. Um eine leichtere Orientierung in den Räumlichkeiten zu ermöglichen, kennzeichnen runde, abgependelte Flächenleuchten das Café sowie den Kinderbereich, die jeweils durch zylindrische Pendelstrahler ergänzt wurden.

Der Bereich im ersten und im zweiten Obergeschoss wird überwiegend durch die Volkshochschule (VHS) für Seminar- und Schulungsräume genutzt. Der historische Zweckbau ist durch niedrige Decken und die massiven Stahlträger geprägt. Das Thema der in den Fensterachsen ausgerichteten Profilleuchten aus den unteren Etagen wird hier fortgesetzt.

Um eine bessere Versorgung mit Tageslicht zu erzielen, wurden die Wände zu den Fluren mit großflächigen Profilglaswänden geöffnet. Vertikal neben den Türen eingebaute Profilleuchten unterstützen diese Wirkung und lassen die Flure heller und lichter wirken. Zusätzlich werden die Wegebereiche durch zwischen den Holzbalkendecken montierte Richtstrahler, die sich flexibel an die Bestandsdecken anpassen, beleuchtet. In den Abendstunden erhellt das durch die Glaswände strahlende Kunstlicht aus den Seminarräumen die Flure.