Zwingerpark Offenburg
Gewinner 2024 in der Kategorie Außenbeleuchtung / Öffentliche Bereiche
studioteilchenwelle
Rudolfstr. 5
76131 Karlsruhe
Kategorie
Außenbeleuchtung / Öffentliche Bereiche
Lichtplanung
Stefan Lotze
Fotorechte
Sebastian Schels
Klaus Storch
Bauherr
Stadt Offenburg
Architekt
Helleckes Landschaftsarchitektur, Karlsruhe
Elektroplanung
Stadt Offenburg
Projektbeschreibung

Im Herzen der Stadt Offenburg liegt der Zwingerpark, ein geschütztes Gartendenkmal aus dem 19 Jhd. Zwischen dem Mühlbach und der angrenzenden bis zu neun Meter hohen historischen Stadtmauer bildet er den eindrucksvollsten Abschnitt des Grüngürtels um die Altstadt. Die Landschaftsarchitekten sorgten mit einer umfangreichen Sanierung für eine identitätsstiftendes Aufenthaltsqualität für die Einwohner. In enger Zusammenarbeit sollte ein Abendstimmung entstehen die dem Park gerecht wird.

Es galt, eine ausgewogene Lösung zu finden, die den Anforderungen in Bezug auf Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit, dem Stadtraum angemessenen Gestaltung sowie Sicherheitsaspekten gerecht wird.

Eine entscheidende Komponente war die zeitliche Differenzierung. In den frühen Abendstunden stehen Mensch und Stadtraum noch im Vordergrund. Mit Übergangsphasen wird in den Nachtstunden hingegen nur noch der Laufweg beleuchtet und auf ein Minimum gedimmt. Ebenso wesentlich wurde die Lichtfarbe eingehend berücksichtigt und in 2200K im Regelfall und 2700K in Akzentbereichen gewählt.

Ein prägendes Element der Parkgestaltung ist die Lindereihe entlang des 500m langen Hauptweges am Mühlbach. Zwischen den Baumraster fügen sich dezent hohe Masten ein, welche mit engstrahlenden Spots geringe Blendung ermöglichen. Lichtflächen auf dem Weg reihen sich mit weichem Kontrast aneinander und spiegeln so den Duktus der Baumreihe wider.

Das Lichtkonzept berücksichtigt auch die Zeugenbäume aus bauzeitlicher Pflanzung, ein Spiel mit dem Schatten macht ihr Blattwerk, als Ausnahme, bewusst auf dem Boden sichtbar. Der rückseitige Weg bleibt unbeleuchtet, einzelne Sitznischen und Lichtakzente auf Statuen bilden die Ausnahme. Zusammen mit der präzisen und dezenten Aufhellung der Stadtmauer sind diese wichtig, um die Tiefe des Raumes und das Umfeld wahrzunehmen und damit die Sicherheitsempfinden zu erhöhen.

 

Für die Texte/Inhalte sind die einreichenden Unternehmen verantwortlich.

 

Jurybegründung:

Behutsame Beleuchtung und genau definierte Zonen bringen hier eine urbane Nutzung und Respekt vor der Natur und ihren Bedürfnissen zusammen. Über die Steuerbarkeit des Lichts und damit die detailliert geplante zeitliche Differenzierung wird die jeweilige Nutzung ermöglicht und das Gartendenkmal zum Leben erweckt.